World Expos stehen nicht unbedingt im Verdacht eine besonders nachhaltige Veranstaltung zu sein.

Der Umgang mit den extra gebauten Länderpavillons in der Vergangenheit (ob Hannover, Zaragossa oder Mailand) ließ eine sinnstiftende Nachnutzung vermissen. Ganze brachliegende Areale mit „Nutzungsruinen“ zeugen davon.

Mit dem ehemaligen Deutschen Pavillon auf der Horticultural Expo 2019 in Peking geht Kontrapunkt nun aber andere Wege.

Mit dem Sino-German Ecopark – einer Sonderwirtschaftszone zur deutsch-chinesischen Zusammenarbeit – konnten wir einen Käufer für das Gebäude und die darin installierte Ausstellung finden. Nach Wiedererrichtung in der Küstenstadt Qingdao wird der Pavillon als Besucherzentrum des 11,6 km2 großen Areals dienen und die deutsch-chinesische Kollaboration als Treffpunkt weiter vorantreiben.

Nach schonendem Rückbau ist das gesamte Baumaterial über Land von Peking nach Qingdao transportiert worden und wartet dort auf seinen zweiten Einsatz.

Im Rahmen des Wiederaufbaus wird der Pavillon von einem temporären zu einem permanenten Gebäude im Passivhausstandard aufgewertet.

Der Ausstellungsbereich ist nach Deutschland zur Aufbereitung und Umarbeitung zurückgekehrt und wird im Mai 2020 wieder nach Qingdao reisen. Thematisch bleibt der Schwerpunkt der EXPO 2019 erhalten – das Lernen von deutschen Entwicklungen in der Garten- und Landschaftsbauszene. Mehr als noch während der EXPO-Laufzeit stehen Best-Practice-Modelle aus beiden Ländern hier im Mittelpunkt und auch die Natur selbst wird als „Ideengeber“ in den Vordergrund gerückt.

„Die Eröffnung planen wir nun Ende August. Auch hier hat sich der Zeitplan durch die Coronakrise etwas verschoben. Unsere chinesischen Partner sind jetzt wieder mit voller Kraft dabei.“, weiß Jessica Neumann als Projektleiterin zu berichten.

Bild: Baufortschritt; März 2020